Hier werden derzeit die letzten Verkostungsnotizen aufgelistet:
November 2025:
Domaine Tour St. Michel
Rotweine 2023 – der Châteauneuf-du Pape mit 16% Alk., die Cuvée Féminessence mit Lakritznote .. es hat sich was gedreht; die Weine sind mächtiger, aber immer noch finesse-betont .. denoch: der Klimawandel zeigt langsam auch Grenzen auf – oder passen sich bald die Hefen an und bringen dann 17% Alkohol?
Domaine André Berthet-Rayne
sehr gute Weißweine – Côtes du Rhône und Cairanne: lebendige Säure, vor allem die Villages üppig-dicht und komplex
die Rotweine gut, aber einen Tick weniger aufregend, der Rubis dann zwar interessant aber aberwitzig im Preis; insgesamt sehr sympathisch und absolut interessant – biodynamisch ..
Château des Roques
dlikater weißer Vacqueyras, einige gute Rotweine, besonders die alten Reben, auch der Barriqueausgebaute Wein interessant — aber von 6 Flaschen haben 2 einen Korkgeschmack, da passt was an der Basis nicht, schade
Tempé-Jessel:
Riesling Kaefferkopf GC 2021: sehr harmonisch und gut, changiert noch immer etwas zwischen Frucht und Mineral – angenehm leicht, zugleich aber expressiv und reich; verblüffend dann der Vergleich mit Bürklin-Wolf: der Deutsche herrlich in der Säure, dicht in Frucht&Mineral .. aber eben doch mit diesem Zucker, der bei uns nicht so gut ankommt
Frizzante bianco – Loredan
deutliche Trübung, daher schon einmal optisch stoffig; dicht und „traubig“-weinig in der Nase und vor allem am Gaumen, „staubige“ Note, die man vom Sturm kennt – gutes Produkt, das sowohl ganz trocken als leicht fruchtsüß wirkt
Frizzante rosato – Pinot nero – Loredan
wie oben, jedoch „rosa“ und feinere Nase mit Anklängen an Litschi und Rose, insgesamt subtiler – derzeit wunderbar
2024 Prosecco brut – Nadal
wirkt jetzt trockener als im Sommer – sehr gute Prosecco-.Qualität, bravo!
2020 Chardonnay – Loredan
burgundisch-füllig, ist es „nur“ Chardonnay – oder doch neues Holz? Jedenfalls urtypischer Sortenwein mit viel Klasse – nicht so markant in der Säure wie Burgund, aber wirklich köstlich
2020 Traminer – Loredan
stoffig-schön, sehr glatt und eingängig, lang nachhallend: herrliches Sortenbouquet und -Abgang, wie der Chardonnay unglaublich füllig, nicht so aufdringlich wie österreichische oder Elsässer Traminer – Hut ab!
2020 „Oro“ – Traminer (0,5 l) – Loredan
wenn schon sündigen, dann so: eine Aromenmfülle, die keine Wünsche offen lässt, Zucker nicht aufdringlich .. vom dunklen Amber über die üppige Nase bis in den überschwänglichen Abgang hinein einfach umwerfend .. nicht jeder kann sich so etwas hingeben, ich regrediere sofort und muss mich zusammennehmen: Schluck für Schluck und dann wieder Schluss, fast zu gut!
Prosecco extra brut – Nadal
sehr beachtlich, wirklich trocken – so gesehen ein rares Produkt; von der Weinqualität her hebt er nicht ab, der Preis ist angemessen aber auch nicht besonders attraktiv
2019 Spumante brut – Loredan
hier wieder gute weinige Qualität, etwas wenig Säure – sehr teuer .. angenehm zu kosten aber als Produkt nicht wirklich attraktiv
2023 Refosco – Nadal
dichter Wein, die Säure hält die nahezu crémige Materie gerade noch im flüssigen Bereich; derzeit ganz im Fruchtig-Fülligen aufgehend, jedenfalls sehr gelungen und preiswert – für manche aber zu „marmeladig“ .. na ja, es gibt eben solche Weine – und solche
2021 Merlot – Loredan
gedeckte Farbe, dunkelfruchtige Nase mit komplexen Anklängen an Holz, Leder und Lakritze – am Gaumen diese Vielschichtigkeit mit Schwung aufnehmend .. sehr schön zu trinken, bravo – in der Nachverkostung noch einmal besser
2017 Cabernet Franc – Loredan
vier Jahre älter und schlanker – von einigen Verkostern bevorzugt; entwickelt noch im Glas, bekommt dann aber auch so eine grasige Note, die nicht jeder mag; derzeit gut, die Nachverkostung zeigt auch noch deutliches weiteres Potenzial
2017 Merlot Riserva – Loredan
schließt an den 21er an, nicht an den Cabernet Franc – Holz perfekt balanciert, feine Tannine; wirkt noch immer sehr jung und hat sicher Potenzial – kostet fast doppelt so viel wie der Merlot, was nur dann passt, wenn man berücksichtigt, dass das einer der besten Weine der Region ist
Oktober 2025:
Château Rioublanc – Brut nature (Crémant de Bordeaux)
– zuverlässig crémig&voll im Aroma, Brut nature ohne Härte .. fantastisch
2023 – Château Rioublanc – Bordeaux blanc
– kräftige Farbe, reife Früchte in der Nase .. herbstlich-füllig auch am Gaumen, ohne die scharfe Säure, die noch vor einigen Monaten präsent war, derzeit optimal
2021 – Château D’Arricaud – Graves blanc
– mehr Sémillion als Sauvignon, dementsprechend verhalten im Ausdruck, Holz nur ganz zart .. in Summe eher diskret & unspektakulär
2020 – Château Grand Peyrou Tradition – Castillon
zu Beginn fast wuchtig, mit viel Luft kommt dann zart die regionstypische Säure heraus – entwickelt sauber und gut, tolle Qualität für diesen Preis
2022 – L’Argile de Liamet – St Émilion
– dunkler als der Wein oben, weicher, fülliger – durchaus typisch und als einfacher St. Émilion passabel, kommt derzeit nicht ganz optimal
2022 – Château Grand Peyrou – St Emilion GC
– tiefdunkel, ledrige Nase zu Beginn, Tabak – geschmeidiger Gaumen mit gutem Tannin; mit der Luft kommen dann aber volatile Töne (Nagellack) .. offenbar vom Holzeinsatz – was den Wein letztlich deklassiert, schade!
2022 – Château Peyrat – Graves
– der Wechsel auf die „linke Seite“ wird gut eingeläutet: eher schlank, vor allem zu Beginn schön mineralisch, hält dann aber auch mit der Luft seinen weinigen Charakter. Wirklich gut balanciert, fairer Preis .. dieser Wein wurde am meisten rückverkostet! Sagt einiges
2022 – Château Méjean – Graves
– dunkler, braucht Luft zur Entwicklung, im Übergang sehr schön, da kommt so eine gute reife Süße herein, nach Stunden Andeutung von Schwächezeichen (volatil – aber nur ein Hauch) .. hat viel Interesse gehabt, mir scheint aber eben auch: Unentschiedenheit
2022 – Château Reverdi – Listrac
– sehr dunkel, zu Beginn hart und verschlossen, dann immer mehr Aromen und viel Zukunft andeutend, für mich der einzige Wein, der vollkommen sauber ist (bin ich da parteiisch?) .. na ja, ich bin sehr überzeugt von diesem Wein und erfreue mich daran, dass ich mich gut eingedeckt habe
2019 – Les Fous Volants – Cabernet Franc – Graves
– sehr interessant, die Sorte kommt eher zart heraus, etwas verhaltener Wein, der immer wieder neu zur Wahrnehmung einlädt, kein schlechtes Zeichen!
2018 – Château D’Arricaud Réserve – Graves
– der Wein ist sehr schnell da und zeigt sich bald auf dem Punkt: weit entwickelt, sowohl in der Farbe als auch in den Aromen, herrliches Bordeaux, erdig-typische Graves-Noten, Pflaumen, Leder, Pfeffer – alles sehr harmonisch, was will man mehr? Wird aber sicher noch ein paar Jahre gut sein. Wenn ich denke, dass der 2009er von Coursou rund 15 Jahre gebraucht hat, um „zu kommen“ – hier kann man gleich genießen
2019 – Château Brown – Pessac-Léognan
– die „Klasse“ zeigt sich vor allem in den feinen Tanninen, erstaunlich, wie schnell er sich dann aufschließt – bleibt gut und sauber, flacht aber leicht ab; für uns jedenfalls eine klammheimliche Freude, einen solchen Wein an unserem Tisch zu haben, ein stilles Genießen war zu beobachten: recht so! Eine Flasche 2022 habe ich noch: vielleicht sollte man das mit ungefähr gleichpreisigen anderen Weinen vergleichen? Das wäre mal was ..
2009 – Château Coursou – Bordeaux
– gute Flasche, keine Anzeichen von Müdigkeit; eine Flasche frisch aus dem Keller war aber vor 3 Wochen noch besser .. ich werde also wieder was aus dem Keller holen; jedenfalls stupend, dass einfacher Bordeaux so gut gehalten hat – der 2010er ist inzwischen ausgetrunken, der 2009er hat ihn ganz klar überholt, offenbar optimal geerntet und legt anscheinend jetzt erst so richtig los (der 2010er war leicht überreif, mit damals ungewöhnlichen 14% Alk.) ..
Blanquette de Limoux, Delmas
– gute Flasche, die mit zunehmender Belüftung und Temperierung immer erfreulicher wird: gschmackig, mundfüllend
Chenin blanc 2024
wie vorhergesehen ein wunderbarer Wein für den Herbst; leicht herbe Säure (trotz Languedoc), gute Aromatik .. nichts Großartiges, aber sehr erfreulich
Tavel „Prima Donna“: Maby – 2022_
schon jenseits von Rosé .. lichtes Granatapfelrot .. Nase und Gaumen entwickeln sehr langsam – sehr feine Tannine, wird stundenlang besser – sollte aber nicht als Rosé verhandelt werden, sondern eben als Tavel
Mas de Vessière: – rouge 2023_
diese Flasche wieder eher mit rescher, fein-herber Säure, keine Spur von hoher Reife – sehr erstaunlich die Unterschiede der Flaschen
CdR „Saffres“, Domaine Séminaire – rouge 2020_
– schlank, mineralisch – markante Säure; kommt langsam hin, aber immer noch nicht so richtig an; also halt noch ein Jahr liegen lassen
Séguret: – rouge 2019_
– unfiltriert, leicht trüb; sehr stoffig – Rhône aus dem Füllhorn .. die letzten Flaschen – ein toller Erfolg
Châteauneuf-du Pape: L’Or de Line – rouge 2016_
– viel Finesse, gute Bio-Qualität – nicht sehr viel Druck, aber viel Charme
Bourgogne Épineuil: Gruhier – rouge 2018_
diese Flasche wieder eher mit rescher, fein-herber Säure, keine Spur von hoher Reife – sehr erstaunlich die Unterschiede der Flaschen
Château Vessière:
Blanc 2024 – frische Säure, dicht im Mund, mit Anklang an Burgund: für einen „einfachen“ Wein beachtlich .. entwickelt gut mit der Luft und Temperatur
Givry blanc 2016, Chaumont:
– diesmal köstlich und ganz auf dem Punkt: gute burgundische Säure – und regionstypisch-nussige Geschmacksfülle .. es ist ein Abschiedswinken: danke für die vielen guten Flaschen, noch gibt es einige wenige (für wenig Geld)
Sauvignon blanc „Opok“, Tauss, Steiermark – Jahrgang 2011:
kräftig entwickelte Farbe, ocker, leicht orange, trüb in der Flasche; sämig-alkoholische Sache, in der Nase oxidativ, aber zugleich attraktiv „orange“ .. am Gaumen immense Fülle ohne Fehltöne, verbessert sich mit der Luft noch über Stunden – großartiges Material, aparter Wein, aber hochinteressant; nur mehr wenige Fklaschen
Pinot blanc „Précieuse“ – J.-P. Frick, Elsass – Cuvée sans soufre – Jahrgang 2001:
– heller als der Sauvignon oben, dennoch ocker, riecht deutlich nach Reine Claude Confiture .. am Gaumen süß&mineralisch zugleich (völlig trocken ausgebaut) .. ein Wunder: der Wein hatte vor 10 Jahren größere Schwierigkeiten .. inzwischen ist alles störende „abgestorben“ in Autolyse .. und hat sich in Wohgeschmack aufgelöst; faszinierend!
Combes Moubrillon – Roussillion Village Vieilles Vignes, Cuvée sans soufre – 2023:
– dunkel im Glas, frisch-beerige Nase, völlig sauber – dicht am Gaumen: in seiner Preisklasse top! Sehr süffig, gut im Abgang – einfach herrlich .. leider nur mehr wenige Kartons.
Philippe de Vessière rouge 2022:
– kaschiert die 14 Alk. tadellos .. feine Nase, die nahtlos in den fein-geschmeidigen Mundeindruck übernommen wird .. geht schön auf .. und gut ab – Holz ganz zart, Tannin zu schwach für viel Zukunft .. jetzt und in den nächsten drei Jahren aber wunderbar.
Savigny-les-Beaune 2006, Claude Marèchal:
– zu Mittag vorgelüftet, wirkt völlig sauber – große Erleichterung; dann am Abend aber sogleich in der Nase: deutlicher Kork! Da rutscht mir jetzt fast was raus. Wir diskutieren dann über das Reklamationsrecht des Kunden. Ein Jammer das.
Côtes de Duras – Domaine Durand, 2003:
– sehr würzig schon in der Nase, Liebstöckel, Maggi .. salzig-mineralisch im Mund, es kommt aber auch reife Frucht mit Wärme heraus, straffe, feine Tannine; eigentlich verblüffend! Sehr interessant zu kosten, würde ich auch gerne (in Maßen) zu einem Hirschrücken trinken .. danach bitte noch einen guten St. Émilion Grand Cru. Also dieser Jahrgang ist definitiv gelungen!
————
Champagne – Les Vignes de Montigny, Extra Brut – André Robert:
– leichter Aprikot-Schimmer, nussig-florale Nase, frische Säure am Gaumen, bestens balanciert mit Fülle und Abgang .. hat sich wunderbar entwickelt, derzeit schon schön im Gleichgewicht; pures Trinkvergnügen
Bordeaux, Château Coursou 2009:
– unglaublich gut .. und eine große Überraschung; der Wein war bis vor einem Jahr „zu jung“! Jetzt urtypische Bordeaux-Typizität .. mit reifen Aromen, jedoch ohne jede Alterserscheinung (sowohl farblich als auch aromatisch: lebendig, geschmeidig .. ein Wein, der seine „einfache Herkunft“ derzeit himmelhoch übersteigt)
Moulin-à-Vent Monopole – Domaine Desperrier 2009:
– schlanker Mineralton dominiert – darunter feine aromatische „Süße“ nach Rosen und Walderdbeeren; derzeit noch immer unter seinem Potential
Savigny-les-Beaune 1er Cru „La Dominode“ 2014 – Serrigny:
– erstaunlich weit entwickelt – farblich sehr reif, zarte süß und feinherbe Nase, geschmeidig am Gaumen .. angenehm kühle Balance, dennoch hat mich diese Flasche mich nicht ganz überzeugt .. wieder mal kosten
Châteauneuf-du Pape rouge 2015, Pignan:
– bereits schöne Reife .. sehr einnehmend; unbedingt noch einmal mit mehr Konzentration verkosten .. ist er so viel weicher als der 16er? Jedenfalls sehr schön .. und immer noch preiswert
Rully 1er Cru „Preaux“ 2005, Domaine Suremain:
– tolle Flasche mit viel Charakter; dunkel im Glas, herbe Sanddorn-Hagebutten-Nase, am Gaumen mineralisch-kühl, entwickelt dann dezente Leder und Sandel-Töne .. sehr feine Tannine; war schon lange nicht mehr so gut
Bergerac, Moulin des Dames 2003 – Tour des Gendres:
– ein Kraftlackel: tiefdunkel, süße Nase wie ein junger Vintage-Port .. am Gaumen großes Theater – saftig, herrlich eingebettete Säure, aufgehender Abgang .. für mich völlig unerwartet und eine neue Erfahrung: dass nach über 20 Jahren noch einmal so ein positiver Entwicklungsschub gekommen ist
Crémant de Bordeaux, Brut nature – Sicot:
– ohne Dosage: die Meisterklasse .. und voll gelungen; herrlich trocken .. hier ca. der Jahrgang 2017, leider nicht auf dem Etikett angegeben .. die letzte Flasche dieses Jahrgangs, der neue ist eher noch besser (wird als „Rioublanc“ angeboten)
Blanc de Ruffe, Malavieille 2022:
– kräftiger Goldton, funkelt – obstige Nase, zarter Holztouch; im Mund füllig, fast sämig, Holz eingebunden .. bei aller Üppigkeit ausreichend Säure … toller Weißwein aus dem Süden
Givry blanc 2016, Chaumont:
– atypische Flasche, der Wein war zuletzt viel runder und entwickelter im Geschmack; was könnte die Ursache sein? Eventuell minimale Nachgärung .. wir werden das demnächst noch einmal kosten
Rully blanc 1er Cru „Meix Caillet“ 2010: Suremain
– kraftstrotzender weißer Burgunder .. vibrierend in der Balance .. Holz, Mineral, Säure – viel Dichte, guter Bogen im Abgang .. ganz auf den Punkt gekommen ist er diesmal nicht, dafür bräuchte er noch mehr Luft und Temperatur (siehe unten) .. dennoch: Hut ab, wunderbar
Charmille rouge 2019, Malavieille:
– volle Überraschung für mich .. zuletzt fast ätherisch, diesmal kräftig und jugendlich – in jeder Hinsicht freundlich und zuträglich .. „Spaghetti-Wein“ wurde gesagt, ich nehme es positiv: guter Essensbegleiter; aber es ist schon noch mehr – sagenhaft günstiger Demeter-Wein mit einigem Potential, schön, das anbieten zu können
Bourgogne rouge 2015, Guy Chaumont:
– war der Wein vor einem Jahr ein wenig müde und plump, zeigt er jetzt für die letzten Flaschen Klasse: Burgunderstinkerl, nervig kraftvolles Spiel zwischen Mineral und dunkler Frucht .. echt beeindruckend dieser Aufschwung – und würdiger Abschluss für einen meiner ersten Einstiegsburgunder; Guy Chaumont hat ja mit diesem Rotweinjahrgang aufgehört. Auf Lager habe ich noch einige Flaschen Givry 2005, das müssen wir auch mal kosten
Maranges rouge 1er Cru 2013, Domaine Chevrot:
– das ist ein quasi historisierender Burgunder .. so hat guter Côtes de Beaune vielleicht vor 100 Jahren auch geschmeckt; reife Braun-Orange-Töne, in der Tiefe gedecktes Rot – Sanddorn-Nase, Leder .. am Gaumen präsent vor allem die feine Säure und das griffige Tannin, geht sehr trocken ab .. wirtschaftlich war der Wein immer ein Desaster für mich, weil niemand das kaufen will .. in der Verkostung setzt er aber allemal einen interessanten Akzent
Monthélie 1er Cru „Sur la Velle“ 2012, Château Monthélie:
– braucht Luft, dann: viel Klasse .. harmonisch reife Farbe mit immer noch gedecktem Rot, feine Nase (Mispeln, Preiselbeere) .. tolle Tanninstruktur im Mund, mit feinem Wärmeton abgehend .. wird noch viele Jahre halten, kein ganz großer Jahrgang, aber sehr gelungen
Savigny-les-Beaune 2006, Claude Marèchal:
– zu Mittag vorgelüftet, wirkt sauber; am Abend dann fehlt was in der Nase und am Gaumen ein leichter Hauch von Kork .. nach 2 Stunden weiterer Belüftung setzt sich der Wein durch und am Gaumen kommt diese herrlich geschmeidige Charakteristik eines sehr guten Savigny raus. Schade dass die Flasche nicht perfekt war – aber zugleich: erstaunlich tiefgründig für diesen Jahrgang. Eine weitere Flasche ganz sauber, wirkt aber paradoxer Weise nicht ganz so tiefgründig.
September 2025:
Lalaurie Brut:
– alles da für einen guten Sekt; sehr leicht im Alkohol, dabei dicht im Aroma, guter Gasdruck, feine „Bulles“ (ist das ein Sauvignon blanc?) .. nur mehr wenige Flaschen
Picpoul de Pinet 2023:
– die Farbe deutet schon auf Entwicklung hin – und so kommt er auch in die Nase und in den Mund; derzeit faszinierend und ansprechend, zarter Jodton – fein mineralisch, dabei attraktiv fruchtig wie Limette .. toller Speisenbegleiter .. nur mehr 2 Kartons
Viognier 2023, Languedoc:
– gleich nach dem Öffnen ist der Wein dicht und rund; erst mit viel Belüftung zeigt er Klasse: schöner Säurebiss, aromatischer Bogen am Gaumen .. sehr gelungen, wird noch zumindest ein paar Monate brauchen, um zugänglicher zu sein. Sehr positive Überraschung, vielversprechend, sagenhaft günstig
Châteauneuf-du Pape 2020, blanc: Tour St. Michel
– dichter und typischer Wein .. aber es muss sich erst zeigen, ob er sein Geld einmal wert sein wird – vielleicht in 2-3 Jahren noch einmal kosten, derzeit nicht umwerfend
Philippe de Vessière 2018, blanc:
– kräftig gedeckter Goldton, in die Nase strahlt der Barriqueausbau herein (Obst & Blüten), frisch am Gaumen (was mich überrascht hat: vor einigen Monaten hat der Wein einen Hänger gehabt) .. fast wie ein gelungener weißer Burgunder .. verblüffend, aber ja: es war der 2018er! Bald noch einmal nachkosten
Mas de Vessiere 2023, rouge: Pays d’Oc
– transparent, feine Nase .. geschmeidig am Gaumen .. für einen Einstiegswein derzeit ausgezeichnet und wirklich preiswert
Côtes du Rhône 2023, rouge: Osmose
– brilliant in der Farbe, dichte ansprechende Nase, sehr fein im Mund, enormes Trinkvergnügen; überaus gelungener Jahrgang – nicht viel Tannin, wir werden also „dranbleiben“, um ihn „auf der Höhe“ zu genießen
Côtes du Rhône 2023, rouge: Tramier
– dunkler als der Vorgänger (mehr Syrah?), braucht viel Luft .. hat schöne Festigkeit am Gaumen, die auch einige Zukunft verheißt, Côtes du Rhône mit Charakter, bravo! Leider nur wenige Kartons
Cairanne 2024, rouge: Tramier
– derzeit direkt nach dem Öffnen eher abweisend, auch nach Belüftung eine Säurefrische wie ein Loire-Wein, verbessert sich weiter und weiter und wird dann zu einem faszinierenden Village-Wein mit Finesse, Charakter, Komplexität .. spannend, wie sich das weiter entwickeln wird: überaus gelungener 2024er und sehr preiswert
Visan 2023, rouge – „Truffière“: Lauribert
– Charmeur in jeder Hinsicht; funkelnd im Glas, Schwung in der Nase und am Gaumen, geht weich ab – herrlich trinkbar; hat nicht den Tiefgang des 2019ers .. aber so ist es eben – und gut so, dass der Jahrgangscharakter klar ausgeprägt ist
Châteauneuf-du Pape 2022, rouge: Tour St. Michel Cuvée „Deux Soeurs“
– mächtig im Alkohol, eher weich und geschmeidig im Charakter .. insgesamt harmonisch, ansprechend-gut .. jetzt schon sehr zugänglich, aber natürlich ein Wein für viele Jahre (und der letzte Jahrgang seiner Art: diese Cuvée wird seit 2023 nicht mehr produziert)
Châteauneuf-du Pape 2016, rouge: Tour St. Michel Cuvée „Deux Soeurs“
– toller Jahrgang mit griffigem Tannin, immer noch sehr jung und vielversprechend – mundfüllend, lang am Gaumen – top!
Châteauneuf-du Pape 2016, rouge: Tour St. Michel Cuvée Feminessence
– opak im Glas, beerige, leicht laktische Nase .. stoffig im Mund, wirkt sehr jugendlich .. derzeit vielleicht nicht ganz auf der Höhe, aber das kann sich schon in ein paar Monaten wieder anders zeigen
Châteauneuf-du Pape 1998, rouge: Clos des Papes
– kellergelagerte Flasche .. Etikette kaum mehr erkennbar, aber: Der Korken kommt heraus, als wäre er von gestern .. vollkommen glatter Farbrand, seidig in der Hand, der Brand vollkommen klar .. unglaublich! Die Farbe immer noch mit orange-rötlichem Kern, weich zum Rand auslaufend; die Nase begeisternd: Beerig-fruchtig (Cassis, Walderdbeeren, Sanddorn) – aber komplex verwoben mit Leder- und Holznoten; am Gaumen kommt das Beerenaroma wieder, zugleich ein feiner Mineralton, jedoch ohne jede „salzige“ Schärfe .. großer Bogen im Abgang, sehr schön. Für sein Alter unglaublich frisch, hält auch mit Luft ausgezeichnet (der Depotschluck am nächsten Tag ein Hochgenuss!). Kein ganz großer Wein, aber ein ein tolles Erlebnis – jedenfalls eine perfekte Flasche
Château Vessière:
Blanc 2024 – wirkt jetzt dichter, fülliger .. was er kann, zeigt er nach Belüftung und nicht zu kalt getrunken .. sehr schön
Rouge 2023 – die Roteine von Vessière entwickeln sich rasant, gerade noch ungestüm – jetzt schon wieder fein .. und später dann schöne Reifenoten; ist also für Überraschungen gut – in Summe aber oft begeisternd
Tempé-Jessel, Elsass:
Pinot noir 2022 – in der „Rieslingflasche“ .. eher diskret & feinduftig, mit deutlichem Mineralton – harmonischer Wein, der derzeit gerade im Umbruch zu reiferen Noten ist
Delmas, Limoux:
Crémant de Limoux, rosé „Séduction“ (2016) – helle Farbe, zarte Restsüße (8 g.?), süffig & gut – die besten Crémants sind aber die ganz trockenen
Château Falfas 2000:
Aus dem Keller, eine Restflasche – wundersam frischer Korken, noch gut gedeckte Farbe, gleich in der Nase salzig, der Mineralton dann auch am Gaumen relativ streng, im Abgang eine Ahnung von reifem Merlot, es überwiegt aber der erdige Ton; was will man? Hat sich gut gehalten, trotzdem ist mir Haut Barrail lieber. Nur: woher noch nehmen?
Domaine du Colombier:
Cuvée Gaby, Crôzes-Hermitage 2018 .. lebendiger Syrah mit kühler Aromatik, wunderbar. Wir müssen die Hermitage wieder einmal kosten.
Burgund: Dominique Gruhier – Epineuil, Tonnerre
Crémant – Jahrgänge 2017 und 2018 (extra brut) .. in die Champagne ist es nicht mehr sehr weit – und man schmeckt’s
Petit Chablis – Jahrgänge 2019 und 2020 – die Einzellage Sur les Clos ist mineralischer und schlanker .. noch feiner ziseliert .. beide derzeit hervorragend
Epineuil (rouge) – die etwas rustikale Säure geht jetzt in komplexen Reifenoten auf .. derzeit sehr harmonisch und ansprechend
.. exzellente Qualität und preiswert
Burgund: Claude Maréchal
Aligoté
Chardonnay
Bourgogne rouge „Gravel“
Bourgogne Villages (Chorey-lès-Beaune, Ladoix, Savigny-lès-Beaune, Volnay)
– alle Weine sind modellhaft feine Burgunder, die Preislage mittel (für Burgund) .. von Maréchal kommen die Weine, die in der Verkostung immer allen schmecken, die Preise sind dem Bekanntheitsgrad angepasst, der weiße Savigny-lès-Beaune ist besonders rar
Burgund: Chevrot
Hautes-Côtes de Beaune
Marange
Santenay
Jahrgänge 2013, 2020
von 2013 gibt es nur noch die Rotweine – 1er Cru stupend komplex, aber auch hart, die Villages echt wild
Zuletzt gekostet die Weißweine 2020: großartige Burgunder mit viel Charakter .. ganz am Anfang
Burgund: Jeannet-Naltet – Mercurey, 1-er Cru – Clos des Grands Voyens
Jahrgänge 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019
– zuletzt verkostet den 2016, der sich jetzt erstmals in eine rotbeerige Reifephase öffnet .. sehr fein strukturiert .. nur mehr wenige Flaschen!
Burgund: Serrigny – Savigny-lès-Beaune
Jahrgänge 2012-2022 .. zuletzt die alten Reben von 2012: braucht immer noch viel Luft – dichter Aromenfluss, gut im Abgang .. da kommt noch was nach – ich bin gespannt!
Bordeaux: Rioublanc
Crémant, Brut nature – heftig in jeder Hinsicht, wie ein Naturereignis .. schöner Gasdruck, Spontanvergärungaromen, sehr wenig Schwefel (leichte Ockerfarbe inklusive) – viel Aroma, viel Trinkvergnügen .. für wenig Geld
Rosé 2024: die leicht spitze Säure vom Sommer ist passé .. der Herbstcharakter nun optimal – fruchtig-trocken mit dem Kick reifer Säure .. leicht und süffig
Blanc 2023: wiederum gut nachgereift .. die grasige Sauvignon-Note ist in eine gelb-gute Reifenote gewandelt (gelbe Kiwi, Nektarine) .. herrlich herbstlich, derzeit top
Clos Puy Arnaud 2014: Biodynamie auf diesem Niveau muss man in Bordeaux lange suchen .. bereits gut zugänglich, aber vor allem durch die frische Säure des Jahrgangs immer noch immer sehr jung .. sehr gutes Gleichgewicht, zart strömender Naseneindruck, dichter Gaumenfluss mit schöner Aromenentfaltung, diskreter Abgang .. ohne großes Spektakel sehr distinguiert
Bourgogne Épineuil: Gruhier – rouge 2018_
was noch vor einigen Monaten frisch-resche Säure war, stützt jetzt unauffälliger herrliche Reifetöne .. unglaublich, dass das vom Preis her die Einstiegsqualität ist (toller Gegenwert)
Elsass: Tempé-Jessel – Pinot blanc Prestige 2021
Sept. 2025: Seit dem Sommer enormer Reife-Schub, nun wunderbar füllig .. jetzt spielt Elsass sein Atout aus, die reife Säure in dichtes Aromenspiel gebettet, die wenigen Gramm Restzucker völlig eingebunden (nur mehr wenige Flaschen)
