La Trouvaille – Bücher & Weine

Aktuell

Hier werden derzeit die letzten Verkostungsnotizen aufgelistet:


Februar 2026:

Claude Maréchal: Auxey-Duresses 2009
– perfekte Flasche; gedeckte Farbe, verhaltene Nase nach Waldboden und dunklen Früchten, am Gaumen springt einen die feine Ribisel-Säure an, die dem Wein sofort einen wunderbaren Grip mitgibt .. feine Tannine im Abgang: ein köstlicher und sehr typischer Villages, ohne großes Trara, einfach gut zu trinken. In der Entwicklung nehmen die Mineralischen Noten zu – das ist ein kleiner Hinweis, dass man in den nächsten Jahren einen weiteren Reifeschub erwarten darf, wenn man denn das Altern in diesen Prozess mit einbeziehen will.

Schmidl, Dürnstein: Riesling Smaragd, Achleiten – 2015
– langsam wird was draus .. dunkles Gelb, fast Rotgold, getrocknete Marille und Mineraltouch in der Nase, fast ölig im Mund – Auslesewein mit 14% Alk; eine wuchtige Erscheinung, persistent im Abgang .. was macht man mit so einem Wein? Er erschlägt einen fast – aber es geht dann doch auch zum Essen, tadellos zu Comté, sehr gut dann auch zu der Medjool Dattel. Predator-wine .. putzt alle anderen weg. Der Wein wurde auf Anhieb mit einem Elsässer verwechselt .. auch nicht schlecht. Reden wir in 5 Jahren weiter

Gruhier, Extra Brut Rosé 2020 – ein toller „ganz trockener“, mit wirklich rescher Säure .. 1,2,3 ist die Flasche dann weg und das Essen hat geschmeckt – leider gibt es nur mehr ein paar Kartons

Châteauneuf-du Pape Pignan 2015: dunkel .. aber reifer Rand, feine Nase, die richtig ins Glas rein zieht (trockene Pflaume, Leder, etwas Lakritz), geschmeidig und gut abgehend im Mund .. herrlicher Village, da sage ich nix

Rully 1er Cru Montpalais 2017, Ponsot: Zuletzt den Molesme getrunken, jetzt der andere 1er Cru, der immer viel schlanker war .. kommt nun aber sehr ähnlich – das Holz ist immer noch stark da, aber echt geil .. burgundische Fülle, Säure köstlich balanciert, trinkt sich einfach herrlich. Rubens-Wein, ich weiß, jetzt wird es unverschämt


Jänner 2026:

Weißweine

  • 2018 Aligoté – Vincent Daux
    die größte Überraschung der Verkostung, vor allem weil der Wein nach und nach immer weiter zulegt; zu Beginn noch die typisch resche Säure, die dann aber in eine wunderbar burgundisch-füllige Aromendichte eingeht, auch und vor allem am nächsten Tag noch sehr überzeugend .. und damit ein großartiger Gegenwert: authentisches Burgund zum Minipreis
  • 2018 Bourgogne – Serrigny
    in der Verkostung unauffälliger geblieben, meiner Meinung aber auf einem Niveau mit den fast doppelt so teuren Villages-Weinen; aromatische Akzente, die an Meursault erinnern, ganz zartes Holz, fein ziseliert in der Säure – nicht großartig aber mehr als angemessen in seiner Preisklasse, derzeit bereits sehr gut auf der Höhe, könnte aber noch weiter zulegen
  • 2018 Savigny-lès-Beaune, Maréchal
    kommt in der Verkostungsreihe sehr gut mit „Volumen“ und großer Aromengeste: nicht so sehr dicht als „reich“, Säure eher dezent, Dichte und Abgang nicht besonders beeindruckend, aber der Schritt auf ein anderes Niveau ist sehr deutlich; was macht es aber aus? Es dürfte mit einem deutlichen Bodenton zu tun haben, einer eigenartig öligen Transparenz, als wäre Mineral in eine „Essenz“ gefasst. Das ist jetzt aber eine gewagte Verkostungsnotiz
  • 2017 Rully 1er Cru, Molesme – Ponsot
    hier liegen die Dinge klarer: das ist echt klassisches Niveau für einen 1er Cru – die deutliche Holznote gehört einfach dazu; sehr feine Struktur: mineralisch eingebundene Säure, dichter Aromenfluss im Bett der exotischen Holznoten, sehr persistent, gut aufgehend im Abgang und sehr stabil in der Entwicklung über den nächsten Tag; was wäre der Wein ohne so viel Holz? Dazu müsste man diesen Wein mit einem anderen 1er Cru von Ponsot vergleichen, der weniger Holz – und noch viel mehr Mineral hat: ein anderes Mal!

Rotweine

  • 2017 Rully, Vésignot – Vincent Daux
    toller Gegenwert – feiner Pinot, gut entwickelt, ohne die manchmal eher raue Säure der Côtes Chalonnaise
  • 2014 Mercurey 1er Cru, Les Naugues – Jeannet Naltet
    ungleichmäßige Entwicklung: zuerst eher abweisend, dann plötzlich dicht und komplex – später aber wieder mit unharmonisch präsenter Säure .. und erst am nächsten Tag ruhig und „strahlend“ .. dann ist er plötzlich da. Ist das ein Hinweis darauf, dass man den Wein noch ein paar Jahre liegen lassen kann? Die Erwartungen waren groß – Les Naugues ist der teuerste Wein des Winzers, den wir selten verkostet haben .. der Wein hat aber eben nur für Momente überzeugt
  • 2013 Maranges 1er Cru – Chevrot
    ein harter Knochen – zugleich sehr beeindruckend in seiner ganzen Statur: rau, aber komplex, feine Tannine, enormes Aromenspektrum; zugleich abweisend und anziehend, spaltet auch die Verkoster*innen – die einen sind fasziniert, die anderen eher abgestoßen; sicher nicht einfach zu konsumieren, aber im Zusammenhang einer Burgund-Verkostung ein tolles Erlebnis
  • 2011 Monthelie – Suremain
    kommt überraschend freundlich daher, eine interessante Flasche – nicht alle habe ich so in Erinnerung
  • 2008 Savigny-lès-Beaune Maréchal
    bei diesem Wein habe ich schon mehrfach gesagt: das ist die letzte Flasche; und dann taucht doch wieder einmal eine auf; also wieder einmal: die letzte Flasche sehr erfreulich – die sonst oft harte Säure aus 2008 kommt diesmal eher zart daher, nur leichte Schärfe .. deutliche Pinot-Charakteristik, guter Gesamteindruck – eine Erleichterung für mich, akzeptabler Schlusspunkt der Verkostung (ein 2009er hätte vermutlich die anderen Weine abgewertet)
  • Den Verkoster*innen ist für die aufmerksame und kundige Begleitung wirklich zu danken!

2022 – Domaine Gruhier – Crémant de Bourgogne, extra brut
– der Neue .. hat sich inzwischen beruhigt und ist jetzt schon gut balanciert: heller Kupferton im Glas, anregende Nase, feines Mousse .. am Gaumen griffig mit guter trockener Säure .. best of

Malavieille: Rouge Permien 2020 – vor einem Jahr noch sehr schlank, derzeit wunderbar harmonisch. Dichter schon von der Farbe, der Mineralton wird jetzt beerig-üppig unterstützt und so füllt der Wein dann auch den Mund, feinwürzig, gut im Abgang – biodynamischer „Knüller“ in dieser Preislage

Vessière Blanc 2024 – aromatisch dicht und derzeit sehr schön und gut in dieser Preislage

Picpoul de Pinet 2023 – große Überraschung, derzeit in einem interessanten Reifestadium, kräftiges Goldgelb, leichte Firnzuckerl&Ananas-Noten in der Nase, am Gaumen glatt und dicht, so eine angenehme Mischung aus Mineral und getrockneten Früchten .. sehr attraktiv!

Mas de Vessière 2023 – eine feinfruchtig-leichte & eingängie Art, die derzeit wunderschön ist; zum Subskriptionspreis sind sogar ein paar Flaschen weg gegangen!

Corbières Signature 2023 – feine straffe Tannine .. der Wein wird noch seine Zeit brauchen, bis er seine Qualitäten ausspielt, aber auch jetzt schon sehr gut; hell, transparent .. im Mund relativ fest, fein im Abgang. Das ist Teil meiner guten Mittelklasse: Nicht mehr so billig, wie vor 5 Jahren – aber gut, bio und solide

Influences Naturelles 2023 – Demeter (biodynamisch) – herrlich üppig und eingängig .. siehe oben: Mittelklasse .. und gut, dass ich davon noch ein paar Kartons habe

Carignan 100 Ans 2022 – in der Halbflasche; fein gereift, nicht aufdringlich – dichter, schöner Trinkfluss – kleine Preziose, feine Sache!

Chianti Riserva 2007, Casale: Im Geschäft gelagert seit 15 Jahren. Das macht den Unterschied zu den Kellerflaschen. Sollte nicht so „gschwind“ hergenommen werden: trüb, würde nach Dekantieren verlangen. Eigentlich durchaus beachtlich, ist aber nicht so gut angekommen (das ist auch so eine Dynamik, wenn einer mal sagt: der ist drüber – dass da dann eher Skepsis dominiert, dabei war das völliger Blödsinn, hat mich auch geärgert .. na ja, richtig ist, die Flasche kam nicht optimal)

Zum Drüberstreuen noch:

Tour St. Michel, Châteauneuf-du Pape 2022, Cuvée Lion – urtypischer kraftstrotzender Châteauneuf, zuverlässig sehr gut .. da hat niemand gemotzt

das Jahr beginne ich mit einem „User“-Kommentar – einer unorthodoxe Verkostungsnotiz, die von Thomas De Quincey inspiriert sein könnte. Es geht um einen Rotwein aus dem Languedoc, Jahrgang 2023 – ich zitiere:

… beginnt wässrig, fast ph neutral… mit der Zeit, also der Luft, kommen mehr Aromen und ein wenig Tannin … aber immer recht nah an der Wahrnehmungsschwelle, oder zumindest stört er nie. Das trinkt sich dann so dahin, als wär er gar nicht da, der Wein – aber dann schleicht sich so eine leichte Euphorie heran, die fein ist und auch nicht verstört. Nice. Und dann ist die Flasche leer und der Spuk ist auch wieder vorbei… Also vom Rauschprofil her, muss man den im Portfolio haben. Wer zum Wochenteiler so ein ephemeres Vogerl, das ja ein Glück sein soll, braucht, um von den Mühen des Alltags abgelenkt zu sein oder wahlweise eine Projekt Kalkulation mit der Leichtigkeit eines Praktikanten aus besserem Hause (der übrigens im Tennisclub auch recht beliebt ist) zu Papier bringen möchte, liegt mit der Flasche nicht falsch. Im nächsten Versuch, werde ich die Dosis steigern…

Dezember 2025:

  • 2022 – Domaine Gruhier – Crémant de Bourgogne, extra brut
    – neu eingelangt .. herrlich trocken, guter Bodengerschmack .. wunderbar, wenn auch nicht billig
  • 2024 – Domaine André Berthet-Rayne – Côtes du Rhône Villages blanc „M & A“
    – kommt am Anfang sehr duftig, wird dann aber fast wuchtig .. bin neugierig, wie sich das weiter entwickelt
  • 2024 – Domaine André Berthet-Rayne – Cairanne „Castel Mireio“, blanc
    – neu eingelangt .. kommt fantastisch, Rhonetal mit der Struktur eines Puligny .. sehr erstaunlich und natürlich erfreulich
  • 2022 – Domaine Maby – Tavel
    – wie gewohnt: feine Duftigkeit, gediegene Tannine .. eine eigene Klasse, mit der nicht alle was anfangen können
  • 2023 – Les 3 Celliers – Côtes du Rhône „3“
    – superduftig, leichtes Stinkerl, wirkt wunderbar schlank und weinig – einfach köstlich .. und preiswert
  • 2024 – Domaine La Florane – Échevin, CDR Villages Saint-Maurice AOC
    – wie alle Weine von La Florane ungemein präzise gearbeitet, duftig, mineralisch, manchmal raue Säure .. vielversprechend aber auch schon jetzt sehr gut
  • 2024 – Domaine André Berthet-Rayne – AOC Cairanne, Vieilles Vignes
    – erstaunlich „warm“ für den Jahrgang .. der Wein braucht noch Zeit, dürfte aber sehr schön werden
  • 2021 – Les 3 Celliers – Châteauneuf-du-Pape „Marceau“
    – braucht seine Zeit für die Lüftung und zeigt sich dann als grundguter Chateauneuf-du Pape, der langsam immer weiter zulegt .. nicht spektakulär, aber sympathisch
  • 2021 – Crémant de Bordeaux – Rioublanc / Sicot
    – brut zero mit stupender Qualität, eine Klasse für sich!
  • 2022 – Crémant de Bourgogne – Gruhier
    – wir mussten ihn gleich aufreißen nach der Ankunft .. köstlich
  • 2019 – Bouzeron / Aligoté – Domaine de l’Ecette
    – sehr stoffig und so ein leichter Muff, den der Bouzeron bei Daux immer hat .. wirkt rustikal
  • 2018 – Bordeaux – Saransot-Dupré
    – braucht derzeit ziemlich viel Luft um ins Gleichgewicht zu kommen .. noch liegen lassen
  • 2018 – Bourgogne blanc – Serrigny
    – sehr schön entwickelt, delikate Mineralität: positive Überraschung
  • 2019 – Fous Volants – Graves
    – Cabernet Franc, braucht noch viel Luft .. wir bleiben dran
  • 2018 – Graves – Château Arricaud
    – wirkt überraschend reif schon von der Farbe, vom Transport aber noch unruhig .. im neuen Jahr wieder kosten
  • 2014 – Clos Puy Arnaud
    – sehr überzeugende Flasche, Wein mit viel Charakter, wahrlich kein Schmeichler .. teuer und sehr gut
  • 2018 – Ladoix – Maréchal
    – Flasche nicht optimal, der WEin ist trotzdem gut angekommen
  • 2012 – Monthélie 1er Cru – Suremain
    – guter Jahrgangscharakter, sehr feine Tannine, ein Verkostungsvergnügen .. aber wer wilkl den Preis zahlen? Die Burgundproblematik winkt
  • 2012 – Chambolle-Musigny – Amiot-Servelle
    – da stehen wir jenseits der Problematik .. das ist Burgund in seiner ganzen Unbekümmertheit: Seht her, so machen wir Wein .. nun nimm, oder lass es sein – vielen Dank an Gottfried
  • o. J. – Sauvignon brut – Lalaurie
    – bei südlichen Verkostungen nehme ich ihn gerne her als Starter, aber dieser Schaumwein hat sich weniger gut entwickelt als etwas Delmas oder eben nördlichere Beispiele; aber dennoch: reifes Material, durchaus trinkbar
  • 2024 – La Tour de Gatigne, blanc
    – die Weine vom Gard sind interessant zu kosten, überzeugen aber nicht
  • 2022 – Rully „Les Gaudoirs“ – Domaine de l’Ecette
    – anders dieser Wein .. schon jetzt wunderbar zu trinken, möglicherweise der beste Weiße von Vincent Daux, den ich je gekauft habe
  • 2024 – Montaure – La Tour de Gatigne
    – der erste Antrunk ist OK, dann kommen mehr und mehr Zweifel ..
  • 2023 – La Tour de Gatigne
    – wärmer, leichtes Stinkerl, überzeugt letztlich auch nicht ..
  • 2022 – Cuvée 24
    – einfach zu viel Holz, zerfällt dann mit mehr Luft völlig .. da zeigt sich oenologisches Unvermögen
  • 2022 – Pinot Noir Tattendorf – Auer
    – der Topwein von Auer – durchaus gut, zum Preis eines Pommard .. na ja
  • 2016 – Mercurey 1er Cru – Jeannet-Naltet
    – der 16er ist derzeit sehr schön, schlank, feine Tannine, entwickelt komplex ..
  • 2006 – Rully 1er Cru – Suremain
    – große Überraschung, dass dieser Jahrgang eigentlich keine Wünsche offen lässt .. immer noch perfekte Struktur, Säure nicht dominant .. sehr einnehmend
  • 2015 – Pernand-Vergelesses – Serrigny
    – der 15er derzeit nicht ganz so überschwänglich, wie man das erwarten würde, aber schon sehr gut und relativ entwickelt .. dürfte sich sehr gut weiter entwickeln
  • 2006 – Savigny-lès-Beaune – Maréchal
    – man muss es schon sagen, diesen Wein habe ich jetzt öfter dran genommen, weil ich immer noch nach der perfekten Flasche gesucht habe .. hier war sie dann; auch solche Umwege gehören zu Burgund .. aber es ist eine Herausforderung und für den Konsumenten eigentlich nicht zumutbar; freilich ist es dann fein, wenn so ein Wein dann einmal wirklich strahlen kann .. ein Highlight

November 2025:

Domaine Tour St. Michel
Rotweine 2023 – der Châteauneuf-du Pape mit 16% Alk., die Cuvée Féminessence mit Lakritznote .. es hat sich was gedreht; die Weine sind mächtiger, aber immer noch finesse-betont .. denoch: der Klimawandel zeigt langsam auch Grenzen auf – oder passen sich bald die Hefen an und bringen dann 17% Alkohol?

Domaine André Berthet-Rayne
sehr gute Weißweine – Côtes du Rhône und Cairanne: lebendige Säure, vor allem die Villages üppig-dicht und komplex
die Rotweine gut, aber einen Tick weniger aufregend, der Rubis dann zwar interessant aber aberwitzig im Preis; insgesamt sehr sympathisch und absolut interessant – biodynamisch ..

Château des Roques
dlikater weißer Vacqueyras, einige gute Rotweine, besonders die alten Reben, auch der Barriqueausgebaute Wein interessant — aber von 6 Flaschen haben 2 einen Korkgeschmack, da passt was an der Basis nicht, schade

Tempé-Jessel:
Riesling Kaefferkopf GC 2021: sehr harmonisch und gut, changiert noch immer etwas zwischen Frucht und Mineral – angenehm leicht, zugleich aber expressiv und reich; verblüffend dann der Vergleich mit Bürklin-Wolf: der Deutsche herrlich in der Säure, dicht in Frucht&Mineral .. aber eben doch mit diesem Zucker, der bei uns nicht so gut ankommt

Frizzante bianco – Loredan
deutliche Trübung, daher schon einmal optisch stoffig; dicht und „traubig“-weinig in der Nase und vor allem am Gaumen, „staubige“ Note, die man vom Sturm kennt – gutes Produkt, das sowohl ganz trocken als leicht fruchtsüß wirkt

Frizzante rosato – Pinot nero – Loredan
wie oben, jedoch „rosa“ und feinere Nase mit Anklängen an Litschi und Rose, insgesamt subtiler – derzeit wunderbar

2024 Prosecco brut – Nadal
wirkt jetzt trockener als im Sommer – sehr gute Prosecco-.Qualität, bravo!

2020 Chardonnay – Loredan
burgundisch-füllig, ist es „nur“ Chardonnay – oder doch neues Holz? Jedenfalls urtypischer Sortenwein mit viel Klasse – nicht so markant in der Säure wie Burgund, aber wirklich köstlich

2020 Traminer – Loredan
stoffig-schön, sehr glatt und eingängig, lang nachhallend: herrliches Sortenbouquet und -Abgang, wie der Chardonnay unglaublich füllig, nicht so aufdringlich wie österreichische oder Elsässer Traminer – Hut ab!

2020 „Oro“ – Traminer (0,5 l) – Loredan
wenn schon sündigen, dann so: eine Aromenmfülle, die keine Wünsche offen lässt, Zucker nicht aufdringlich .. vom dunklen Amber über die üppige Nase bis in den überschwänglichen Abgang hinein einfach umwerfend .. nicht jeder kann sich so etwas hingeben, ich regrediere sofort und muss mich zusammennehmen: Schluck für Schluck und dann wieder Schluss, fast zu gut!

Prosecco extra brut – Nadal
sehr beachtlich, wirklich trocken – so gesehen ein rares Produkt; von der Weinqualität her hebt er nicht ab, der Preis ist angemessen aber auch nicht besonders attraktiv

2019 Spumante brut – Loredan
hier wieder gute weinige Qualität, etwas wenig Säure – sehr teuer .. angenehm zu kosten aber als Produkt nicht wirklich attraktiv

2023 Refosco – Nadal
dichter Wein, die Säure hält die nahezu crémige Materie gerade noch im flüssigen Bereich; derzeit ganz im Fruchtig-Fülligen aufgehend, jedenfalls sehr gelungen und preiswert – für manche aber zu „marmeladig“ .. na ja, es gibt eben solche Weine – und solche

2021 Merlot – Loredan
gedeckte Farbe, dunkelfruchtige Nase mit komplexen Anklängen an Holz, Leder und Lakritze – am Gaumen diese Vielschichtigkeit mit Schwung aufnehmend .. sehr schön zu trinken, bravo – in der Nachverkostung noch einmal besser

2017 Cabernet Franc – Loredan
vier Jahre älter und schlanker – von einigen Verkostern bevorzugt; entwickelt noch im Glas, bekommt dann aber auch so eine grasige Note, die nicht jeder mag; derzeit gut, die Nachverkostung zeigt auch noch deutliches weiteres Potenzial

2017 Merlot Riserva – Loredan
schließt an den 21er an, nicht an den Cabernet Franc – Holz perfekt balanciert, feine Tannine; wirkt noch immer sehr jung und hat sicher Potenzial – kostet fast doppelt so viel wie der Merlot, was nur dann passt, wenn man berücksichtigt, dass das einer der besten Weine der Region ist


Oktober 2025:

Château Rioublanc – Brut nature (Crémant de Bordeaux)
– zuverlässig crémig&voll im Aroma, Brut nature ohne Härte .. fantastisch

2023 – Château Rioublanc – Bordeaux blanc
– kräftige Farbe, reife Früchte in der Nase .. herbstlich-füllig auch am Gaumen, ohne die scharfe Säure, die noch vor einigen Monaten präsent war, derzeit optimal

2021 – Château D’Arricaud – Graves blanc
– mehr Sémillion als Sauvignon, dementsprechend verhalten im Ausdruck, Holz nur ganz zart .. in Summe eher diskret & unspektakulär

2020 – Château Grand Peyrou Tradition – Castillon
zu Beginn fast wuchtig, mit viel Luft kommt dann zart die regionstypische Säure heraus – entwickelt sauber und gut, tolle Qualität für diesen Preis

2022 – L’Argile de Liamet – St Émilion
– dunkler als der Wein oben, weicher, fülliger – durchaus typisch und als einfacher St. Émilion passabel, kommt derzeit nicht ganz optimal

2022 – Château Grand Peyrou – St Emilion GC
– tiefdunkel, ledrige Nase zu Beginn, Tabak – geschmeidiger Gaumen mit gutem Tannin; mit der Luft kommen dann aber volatile Töne (Nagellack) .. offenbar vom Holzeinsatz – was den Wein letztlich deklassiert, schade!

2022 – Château Peyrat – Graves
– der Wechsel auf die „linke Seite“ wird gut eingeläutet: eher schlank, vor allem zu Beginn schön mineralisch, hält dann aber auch mit der Luft seinen weinigen Charakter. Wirklich gut balanciert, fairer Preis .. dieser Wein wurde am meisten rückverkostet! Sagt einiges

2022 – Château Méjean – Graves
– dunkler, braucht Luft zur Entwicklung, im Übergang sehr schön, da kommt so eine gute reife Süße herein, nach Stunden Andeutung von Schwächezeichen (volatil – aber nur ein Hauch) .. hat viel Interesse gehabt, mir scheint aber eben auch: Unentschiedenheit

2022 – Château Reverdi – Listrac
– sehr dunkel, zu Beginn hart und verschlossen, dann immer mehr Aromen und viel Zukunft andeutend, für mich der einzige Wein, der vollkommen sauber ist (bin ich da parteiisch?) .. na ja, ich bin sehr überzeugt von diesem Wein und erfreue mich daran, dass ich mich gut eingedeckt habe

2019 – Les Fous Volants – Cabernet Franc – Graves
– sehr interessant, die Sorte kommt eher zart heraus, etwas verhaltener Wein, der immer wieder neu zur Wahrnehmung einlädt, kein schlechtes Zeichen!

2018 – Château D’Arricaud Réserve – Graves
– der Wein ist sehr schnell da und zeigt sich bald auf dem Punkt: weit entwickelt, sowohl in der Farbe als auch in den Aromen, herrliches Bordeaux, erdig-typische Graves-Noten, Pflaumen, Leder, Pfeffer – alles sehr harmonisch, was will man mehr? Wird aber sicher noch ein paar Jahre gut sein. Wenn ich denke, dass der 2009er von Coursou rund 15 Jahre gebraucht hat, um „zu kommen“ – hier kann man gleich genießen

2019 – Château Brown – Pessac-Léognan
– die „Klasse“ zeigt sich vor allem in den feinen Tanninen, erstaunlich, wie schnell er sich dann aufschließt – bleibt gut und sauber, flacht aber leicht ab; für uns jedenfalls eine klammheimliche Freude, einen solchen Wein an unserem Tisch zu haben, ein stilles Genießen war zu beobachten: recht so! Eine Flasche 2022 habe ich noch: vielleicht sollte man das mit ungefähr gleichpreisigen anderen Weinen vergleichen? Das wäre mal was ..

2009 – Château Coursou – Bordeaux
– gute Flasche, keine Anzeichen von Müdigkeit; eine Flasche frisch aus dem Keller war aber vor 3 Wochen noch besser .. ich werde also wieder was aus dem Keller holen; jedenfalls stupend, dass einfacher Bordeaux so gut gehalten hat – der 2010er ist inzwischen ausgetrunken, der 2009er hat ihn ganz klar überholt, offenbar optimal geerntet und legt anscheinend jetzt erst so richtig los (der 2010er war leicht überreif, mit damals ungewöhnlichen 14% Alk.) .. 

Blanquette de Limoux, Delmas
– gute Flasche, die mit zunehmender Belüftung und Temperierung immer erfreulicher wird: gschmackig, mundfüllend

Chenin blanc 2024
wie vorhergesehen ein wunderbarer Wein für den Herbst; leicht herbe Säure (trotz Languedoc), gute Aromatik .. nichts Großartiges, aber sehr erfreulich

Tavel „Prima Donna“: Maby – 2022_
schon jenseits von Rosé .. lichtes Granatapfelrot .. Nase und Gaumen entwickeln sehr langsam – sehr feine Tannine, wird stundenlang besser – sollte aber nicht als Rosé verhandelt werden, sondern eben als Tavel

Mas de Vessière: – rouge 2023_
diese Flasche wieder eher mit rescher, fein-herber Säure, keine Spur von hoher Reife – sehr erstaunlich die Unterschiede der Flaschen

CdR „Saffres“, Domaine Séminaire – rouge 2020_
– schlank, mineralisch – markante Säure; kommt langsam hin, aber immer noch nicht so richtig an; also halt noch ein Jahr liegen lassen

Séguret: – rouge 2019_
– unfiltriert, leicht trüb; sehr stoffig – Rhône aus dem Füllhorn .. die letzten Flaschen – ein toller Erfolg

Châteauneuf-du Pape: L’Or de Line – rouge 2016_
– viel Finesse, gute Bio-Qualität – nicht sehr viel Druck, aber viel Charme

Bourgogne Épineuil: Gruhier – rouge 2018_
diese Flasche wieder eher mit rescher, fein-herber Säure, keine Spur von hoher Reife – sehr erstaunlich die Unterschiede der Flaschen

Château Vessière:
Blanc 2024 – frische Säure, dicht im Mund, mit Anklang an Burgund: für einen „einfachen“ Wein beachtlich .. entwickelt gut mit der Luft und Temperatur

Givry blanc 2016, Chaumont:
– diesmal köstlich und ganz auf dem Punkt: gute burgundische Säure – und regionstypisch-nussige Geschmacksfülle .. es ist ein Abschiedswinken: danke für die vielen guten Flaschen, noch gibt es einige wenige (für wenig Geld)

Sauvignon blanc „Opok“, Tauss, Steiermark – Jahrgang 2011:
kräftig entwickelte Farbe, ocker, leicht orange, trüb in der Flasche; sämig-alkoholische Sache, in der Nase oxidativ, aber zugleich attraktiv „orange“ .. am Gaumen immense Fülle ohne Fehltöne, verbessert sich mit der Luft noch über Stunden – großartiges Material, aparter Wein, aber hochinteressant; nur mehr wenige Fklaschen

Pinot blanc „Précieuse“ – J.-P. Frick, Elsass – Cuvée sans soufre – Jahrgang 2001:
– heller als der Sauvignon oben, dennoch ocker, riecht deutlich nach Reine Claude Confiture .. am Gaumen süß&mineralisch zugleich (völlig trocken ausgebaut) .. ein Wunder: der Wein hatte vor 10 Jahren größere Schwierigkeiten .. inzwischen ist alles störende „abgestorben“ in Autolyse .. und hat sich in Wohgeschmack aufgelöst; faszinierend!

Combes Moubrillon – Roussillion Village Vieilles Vignes, Cuvée sans soufre – 2023:
– dunkel im Glas, frisch-beerige Nase, völlig sauber – dicht am Gaumen: in seiner Preisklasse top! Sehr süffig, gut im Abgang – einfach herrlich .. leider nur mehr wenige Kartons.

Philippe de Vessière rouge 2022:
– kaschiert die 14 Alk. tadellos .. feine Nase, die nahtlos in den fein-geschmeidigen Mundeindruck übernommen wird .. geht schön auf .. und gut ab – Holz ganz zart, Tannin zu schwach für viel Zukunft .. jetzt und in den nächsten drei Jahren aber wunderbar.

Savigny-les-Beaune 2006, Claude Marèchal:
– zu Mittag vorgelüftet, wirkt völlig sauber – große Erleichterung; dann am Abend aber sogleich in der Nase: deutlicher Kork! Da rutscht mir jetzt fast was raus. Wir diskutieren dann über das Reklamationsrecht des Kunden. Ein Jammer das.

Côtes de Duras – Domaine Durand, 2003:
– sehr würzig schon in der Nase, Liebstöckel, Maggi .. salzig-mineralisch im Mund, es kommt aber auch reife Frucht mit Wärme heraus, straffe, feine Tannine; eigentlich verblüffend! Sehr interessant zu kosten, würde ich auch gerne (in Maßen) zu einem Hirschrücken trinken .. danach bitte noch einen guten St. Émilion Grand Cru. Also dieser Jahrgang ist definitiv gelungen!

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Champagne – Les Vignes de Montigny, Extra Brut – André Robert:
– leichter Aprikot-Schimmer, nussig-florale Nase, frische Säure am Gaumen, bestens balanciert mit Fülle und Abgang .. hat sich wunderbar entwickelt, derzeit schon schön im Gleichgewicht; pures Trinkvergnügen

Bordeaux, Château Coursou 2009:
– unglaublich gut .. und eine große Überraschung; der Wein war bis vor einem Jahr „zu jung“! Jetzt urtypische Bordeaux-Typizität .. mit reifen Aromen, jedoch ohne jede Alterserscheinung (sowohl farblich als auch aromatisch: lebendig, geschmeidig .. ein Wein, der seine „einfache Herkunft“ derzeit himmelhoch übersteigt)

Moulin-à-Vent Monopole – Domaine Desperrier 2009:
– schlanker Mineralton dominiert – darunter feine aromatische „Süße“ nach Rosen und Walderdbeeren; derzeit noch immer unter seinem Potential

Savigny-les-Beaune 1er Cru „La Dominode“ 2014 – Serrigny:
– erstaunlich weit entwickelt – farblich sehr reif, zarte süß und feinherbe Nase, geschmeidig am Gaumen .. angenehm kühle Balance, dennoch hat mich diese Flasche mich nicht ganz überzeugt .. wieder mal kosten

Châteauneuf-du Pape rouge 2015, Pignan:
– bereits schöne Reife .. sehr einnehmend; unbedingt noch einmal mit mehr Konzentration verkosten .. ist er so viel weicher als der 16er? Jedenfalls sehr schön .. und immer noch preiswert

Rully 1er Cru „Preaux“ 2005, Domaine Suremain:
– tolle Flasche mit viel Charakter; dunkel im Glas, herbe Sanddorn-Hagebutten-Nase, am Gaumen mineralisch-kühl, entwickelt dann dezente Leder und Sandel-Töne .. sehr feine Tannine; war schon lange nicht mehr so gut

Bergerac, Moulin des Dames 2003 – Tour des Gendres:
– ein Kraftlackel: tiefdunkel, süße Nase wie ein junger Vintage-Port .. am Gaumen großes Theater – saftig, herrlich eingebettete Säure, aufgehender Abgang .. für mich völlig unerwartet und eine neue Erfahrung: dass nach über 20 Jahren noch einmal so ein positiver Entwicklungsschub gekommen ist

Crémant de Bordeaux, Brut nature – Sicot:
– ohne Dosage: die Meisterklasse .. und voll gelungen; herrlich trocken .. hier ca. der Jahrgang 2017, leider nicht auf dem Etikett angegeben .. die letzte Flasche dieses Jahrgangs, der neue ist eher noch besser (wird als „Rioublanc“ angeboten)

Blanc de Ruffe, Malavieille 2022:
– kräftiger Goldton, funkelt – obstige Nase, zarter Holztouch; im Mund füllig, fast sämig, Holz eingebunden .. bei aller Üppigkeit ausreichend Säure … toller Weißwein aus dem Süden

Givry blanc 2016, Chaumont:
– atypische Flasche, der Wein war zuletzt viel runder und entwickelter im Geschmack; was könnte die Ursache sein? Eventuell minimale Nachgärung .. wir werden das demnächst noch einmal kosten

Rully blanc 1er Cru „Meix Caillet“ 2010: Suremain
– kraftstrotzender weißer Burgunder .. vibrierend in der Balance .. Holz, Mineral, Säure – viel Dichte, guter Bogen im Abgang .. ganz auf den Punkt gekommen ist er diesmal nicht, dafür bräuchte er noch mehr Luft und Temperatur (siehe unten) .. dennoch: Hut ab, wunderbar

Charmille rouge 2019, Malavieille:
– volle Überraschung für mich .. zuletzt fast ätherisch, diesmal kräftig und jugendlich – in jeder Hinsicht freundlich und zuträglich .. „Spaghetti-Wein“ wurde gesagt, ich nehme es positiv: guter Essensbegleiter; aber es ist schon noch mehr – sagenhaft günstiger Demeter-Wein mit einigem Potential, schön, das anbieten zu können

Bourgogne rouge 2015, Guy Chaumont:
– war der Wein vor einem Jahr ein wenig müde und plump, zeigt er jetzt für die letzten Flaschen Klasse: Burgunderstinkerl, nervig kraftvolles Spiel zwischen Mineral und dunkler Frucht .. echt beeindruckend dieser Aufschwung – und würdiger Abschluss für einen meiner ersten Einstiegsburgunder; Guy Chaumont hat ja mit diesem Rotweinjahrgang aufgehört. Auf Lager habe ich noch einige Flaschen Givry 2005, das müssen wir auch mal kosten

Maranges rouge 1er Cru 2013, Domaine Chevrot:
– das ist ein quasi historisierender Burgunder .. so hat guter Côtes de Beaune vielleicht vor 100 Jahren auch geschmeckt; reife Braun-Orange-Töne, in der Tiefe gedecktes Rot – Sanddorn-Nase, Leder .. am Gaumen präsent vor allem die feine Säure und das griffige Tannin, geht sehr trocken ab .. wirtschaftlich war der Wein immer ein Desaster für mich, weil niemand das kaufen will .. in der Verkostung setzt er aber allemal einen interessanten Akzent

Monthélie 1er Cru „Sur la Velle“ 2012, Château Monthélie:
– braucht Luft, dann: viel Klasse .. harmonisch reife Farbe mit immer noch gedecktem Rot, feine Nase (Mispeln, Preiselbeere) .. tolle Tanninstruktur im Mund, mit feinem Wärmeton abgehend .. wird noch viele Jahre halten, kein ganz großer Jahrgang, aber sehr gelungen

Savigny-les-Beaune 2006, Claude Marèchal:
– zu Mittag vorgelüftet, wirkt sauber; am Abend dann fehlt was in der Nase und am Gaumen ein leichter Hauch von Kork .. nach 2 Stunden weiterer Belüftung setzt sich der Wein durch und am Gaumen kommt diese herrlich geschmeidige Charakteristik eines sehr guten Savigny raus. Schade dass die Flasche nicht perfekt war – aber zugleich: erstaunlich tiefgründig für diesen Jahrgang. Eine weitere Flasche ganz sauber, wirkt aber paradoxer Weise nicht ganz so tiefgründig.

September 2025:

Lalaurie Brut:
– alles da für einen guten Sekt; sehr leicht im Alkohol, dabei dicht im Aroma, guter Gasdruck, feine „Bulles“ (ist das ein Sauvignon blanc?) .. nur mehr wenige Flaschen

Picpoul de Pinet 2023:
– die Farbe deutet schon auf Entwicklung hin – und so kommt er auch in die Nase und in den Mund; derzeit faszinierend und ansprechend, zarter Jodton – fein mineralisch, dabei attraktiv fruchtig wie Limette .. toller Speisenbegleiter .. nur mehr 2 Kartons

Viognier 2023, Languedoc:
– gleich nach dem Öffnen ist der Wein dicht und rund; erst mit viel Belüftung zeigt er Klasse: schöner Säurebiss, aromatischer Bogen am Gaumen .. sehr gelungen, wird noch zumindest ein paar Monate brauchen, um zugänglicher zu sein. Sehr positive Überraschung, vielversprechend, sagenhaft günstig

Châteauneuf-du Pape 2020, blanc: Tour St. Michel
– dichter und typischer Wein .. aber es muss sich erst zeigen, ob er sein Geld einmal wert sein wird – vielleicht in 2-3 Jahren noch einmal kosten, derzeit nicht umwerfend

Philippe de Vessière 2018, blanc:
– kräftig gedeckter Goldton, in die Nase strahlt der Barriqueausbau herein (Obst & Blüten), frisch am Gaumen (was mich überrascht hat: vor einigen Monaten hat der Wein einen Hänger gehabt) .. fast wie ein gelungener weißer Burgunder .. verblüffend, aber ja: es war der 2018er! Bald noch einmal nachkosten

Mas de Vessiere 2023, rouge: Pays d’Oc
– transparent, feine Nase .. geschmeidig am Gaumen .. für einen Einstiegswein derzeit ausgezeichnet und wirklich preiswert


Côtes du Rhône 2023, rouge: Osmose
– brilliant in der Farbe, dichte ansprechende Nase, sehr fein im Mund, enormes Trinkvergnügen; überaus gelungener Jahrgang – nicht viel Tannin, wir werden also „dranbleiben“, um ihn „auf der Höhe“ zu genießen

Côtes du Rhône 2023, rouge: Tramier
– dunkler als der Vorgänger (mehr Syrah?), braucht viel Luft .. hat schöne Festigkeit am Gaumen, die auch einige Zukunft verheißt, Côtes du Rhône mit Charakter, bravo! Leider nur wenige Kartons

Cairanne 2024, rouge: Tramier
– derzeit direkt nach dem Öffnen eher abweisend, auch nach Belüftung eine Säurefrische wie ein Loire-Wein, verbessert sich weiter und weiter und wird dann zu einem faszinierenden Village-Wein mit Finesse, Charakter, Komplexität .. spannend, wie sich das weiter entwickeln wird: überaus gelungener 2024er und sehr preiswert

Visan 2023, rouge – „Truffière“: Lauribert
– Charmeur in jeder Hinsicht; funkelnd im Glas, Schwung in der Nase und am Gaumen, geht weich ab – herrlich trinkbar; hat nicht den Tiefgang des 2019ers .. aber so ist es eben – und gut so, dass der Jahrgangscharakter klar ausgeprägt ist

Châteauneuf-du Pape 2022, rouge: Tour St. Michel Cuvée „Deux Soeurs“
– mächtig im Alkohol, eher weich und geschmeidig im Charakter .. insgesamt harmonisch, ansprechend-gut .. jetzt schon sehr zugänglich, aber natürlich ein Wein für viele Jahre (und der letzte Jahrgang seiner Art: diese Cuvée wird seit 2023 nicht mehr produziert)

Châteauneuf-du Pape 2016, rouge: Tour St. Michel Cuvée „Deux Soeurs“
– toller Jahrgang mit griffigem Tannin, immer noch sehr jung und vielversprechend – mundfüllend, lang am Gaumen – top!

Châteauneuf-du Pape 2016, rouge: Tour St. Michel Cuvée Feminessence
– opak im Glas, beerige, leicht laktische Nase .. stoffig im Mund, wirkt sehr jugendlich .. derzeit vielleicht nicht ganz auf der Höhe, aber das kann sich schon in ein paar Monaten wieder anders zeigen

Châteauneuf-du Pape 1998, rouge: Clos des Papes
– kellergelagerte Flasche .. Etikette kaum mehr erkennbar, aber: Der Korken kommt heraus, als wäre er von gestern .. vollkommen glatter Farbrand, seidig in der Hand, der Brand vollkommen klar .. unglaublich! Die Farbe immer noch mit orange-rötlichem Kern, weich zum Rand auslaufend; die Nase begeisternd: Beerig-fruchtig (Cassis, Walderdbeeren, Sanddorn) – aber komplex verwoben mit Leder- und Holznoten; am Gaumen kommt das Beerenaroma wieder, zugleich ein feiner Mineralton, jedoch ohne jede „salzige“ Schärfe .. großer Bogen im Abgang, sehr schön. Für sein Alter unglaublich frisch, hält auch mit Luft ausgezeichnet (der Depotschluck am nächsten Tag ein Hochgenuss!). Kein ganz großer Wein, aber ein ein tolles Erlebnis – jedenfalls eine perfekte Flasche

Château Vessière:
Blanc 2024 – wirkt jetzt dichter, fülliger .. was er kann, zeigt er nach Belüftung und nicht zu kalt getrunken .. sehr schön
Rouge 2023 – die Roteine von Vessière entwickeln sich rasant, gerade noch ungestüm – jetzt schon wieder fein .. und später dann schöne Reifenoten; ist also für Überraschungen gut – in Summe aber oft begeisternd

Tempé-Jessel, Elsass:
Pinot noir 2022 – in der „Rieslingflasche“ .. eher diskret & feinduftig, mit deutlichem Mineralton – harmonischer Wein, der derzeit gerade im Umbruch zu reiferen Noten ist

Delmas, Limoux:
Crémant de Limoux, rosé „Séduction“ (2016) – helle Farbe, zarte Restsüße (8 g.?), süffig & gut – die besten Crémants sind aber die ganz trockenen

Château Falfas 2000:
Aus dem Keller, eine Restflasche – wundersam frischer Korken, noch gut gedeckte Farbe, gleich in der Nase salzig, der Mineralton dann auch am Gaumen relativ streng, im Abgang eine Ahnung von reifem Merlot, es überwiegt aber der erdige Ton; was will man? Hat sich gut gehalten, trotzdem ist mir Haut Barrail lieber. Nur: woher noch nehmen?

Domaine du Colombier:
Cuvée Gaby, Crôzes-Hermitage 2018 .. lebendiger Syrah mit kühler Aromatik, wunderbar. Wir müssen die Hermitage wieder einmal kosten.

Burgund: Dominique Gruhier – Epineuil, Tonnerre
Crémant – Jahrgänge 2017 und 2018 (extra brut) .. in die Champagne ist es nicht mehr sehr weit – und man schmeckt’s
Petit Chablis – Jahrgänge 2019 und 2020 – die Einzellage Sur les Clos ist mineralischer und schlanker .. noch feiner ziseliert .. beide derzeit hervorragend
Epineuil (rouge) – die etwas rustikale Säure geht jetzt in komplexen Reifenoten auf .. derzeit sehr harmonisch und ansprechend
.. exzellente Qualität und preiswert

Burgund: Claude Maréchal
Aligoté
Chardonnay
Bourgogne rouge „Gravel“
Bourgogne Villages (Chorey-lès-Beaune, Ladoix, Savigny-lès-Beaune, Volnay)
– alle Weine sind modellhaft feine Burgunder, die Preislage mittel (für Burgund) .. von Maréchal kommen die Weine, die in der Verkostung immer allen schmecken, die Preise sind dem Bekanntheitsgrad angepasst, der weiße Savigny-lès-Beaune ist besonders rar

Burgund: Chevrot
Hautes-Côtes de Beaune
Marange
Santenay
Jahrgänge 2013, 2020
von 2013 gibt es nur noch die Rotweine – 1er Cru stupend komplex, aber auch hart, die Villages echt wild
Zuletzt gekostet die Weißweine 2020: großartige Burgunder mit viel Charakter .. ganz am Anfang

Burgund: Jeannet-Naltet – Mercurey, 1-er Cru – Clos des Grands Voyens
Jahrgänge 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019
– zuletzt verkostet den 2016, der sich jetzt erstmals in eine rotbeerige Reifephase öffnet .. sehr fein strukturiert .. nur mehr wenige Flaschen!

Burgund: Serrigny – Savigny-lès-Beaune
Jahrgänge 2012-2022 .. zuletzt die alten Reben von 2012: braucht immer noch viel Luft – dichter Aromenfluss, gut im Abgang .. da kommt noch was nach – ich bin gespannt!


Bordeaux: Rioublanc

Crémant, Brut nature – heftig in jeder Hinsicht, wie ein Naturereignis .. schöner Gasdruck, Spontanvergärungaromen, sehr wenig Schwefel (leichte Ockerfarbe inklusive) – viel Aroma, viel Trinkvergnügen .. für wenig Geld

Rosé 2024: die leicht spitze Säure vom Sommer ist passé .. der Herbstcharakter nun optimal – fruchtig-trocken mit dem Kick reifer Säure .. leicht und süffig

Blanc 2023: wiederum gut nachgereift .. die grasige Sauvignon-Note ist in eine gelb-gute Reifenote gewandelt (gelbe Kiwi, Nektarine) .. herrlich herbstlich, derzeit top

Clos Puy Arnaud 2014: Biodynamie auf diesem Niveau muss man in Bordeaux lange suchen .. bereits gut zugänglich, aber vor allem durch die frische Säure des Jahrgangs immer noch immer sehr jung .. sehr gutes Gleichgewicht, zart strömender Naseneindruck, dichter Gaumenfluss mit schöner Aromenentfaltung, diskreter Abgang .. ohne großes Spektakel sehr distinguiert

Bourgogne Épineuil: Gruhier – rouge 2018_
was noch vor einigen Monaten frisch-resche Säure war, stützt jetzt unauffälliger herrliche Reifetöne .. unglaublich, dass das vom Preis her die Einstiegsqualität ist (toller Gegenwert)

Elsass: Tempé-Jessel – Pinot blanc Prestige 2021
Sept. 2025: Seit dem Sommer enormer Reife-Schub, nun wunderbar füllig .. jetzt spielt Elsass sein Atout aus, die reife Säure in dichtes Aromenspiel gebettet, die wenigen Gramm Restzucker völlig eingebunden (nur mehr wenige Flaschen)